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Der Investitionsstandort Rumänien (Allgemeines zum Auftakt einer Beitragsreihe zum rumänischen Recht) Ein Beitrag von RA Blaga, - Demnächst: Rumänisches Gesellschaftsrecht.

vom 05.07.2005

Infolge zunehmender Nachfrage nach deutschsprachigen Informationen zum Recht Rumäniens, werden hier neben den Grundzügen des französischen Rechts nunmehr parallel auch jene des rumänischen Rechts erörtert. In Einzelfragen berät Sie kanzleintern Rechtsanwalt Blaga, der Sie auch gerne in Rumänien vor Behörden oder gegenüber Vertragspartnern vertritt. RA Blaga ist nicht nur deutscher sondern zudem auch rumänischer Muttersprachler und ist Kenner des Landes wie seiner Menschen. In englischer Sprache zu kommunizieren, ist als Notlösung zwar denkbar und vermögen wir ebenfalls anzubieten, Rumänisch zu sprechen und zu arbeiten, öffnet aber oftmals weitere Optionen und verstärkt erfahrungsgemäß auch die Verhandlungsposition unserer Mandanten, die somit als gleichberechtigte Vertragspartner aufzutreten in der Lage sind. Nils H. Bayer, Im Juli 2005

Rumänien ist heute zu einem der attraktivsten Investitionsstandorte für europäische Unternehmen geworden und dieser Umstand wird sich mit dem Beitritt dieses (nach Polen) zweitgrößten osteuropäischen Marktes zur EU nicht ändern. Der Beitritt wird zwar auf der einen Seite die derzeitigen sehr hohen Investitionsanreize abmildern, aber auf der anderen Seite werden verstärkte Rechtssicherheit und erhöhte Vorhersehbarkeit der gesetzgeberischen Aktivitäten zu einer Vertrauenssteigerung bei den Unternehmern führen. Ideale Investitionsbedingungen wird es auch noch nach dem Beitritt zum 01. Januar 2007 geben.

Im Folgenden sollen im Rahmen einer „Miniserie“ auf dieser Seite in regelmäßigen Abständen, beginnend mit einem allgemeinen und kursorischen Überblick über die geographische und gesellschaftliche Situation Rumäniens, ausgewählte wirtschafts- und steuerrechtliche Aspekte eines Investitionsvorhabens dargestellt werden.

Rumänien (Romania) ist eine Republik im Südosten Europas mit einer Landesfläche von 237.500 qkm und hat 21,7 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Bukarest (Bucuresti) mit 1,9 Millionen Einwohnern. Weitere größere Städte sind die am Schwarzen Meer gelegene Hafenstadt Constanza mit 312.000 Einwohnern, das im Westen des Landes gelegene Timitoara mit 309.000 Einwohnern, das im Osten des Landes gelegene Galazi mit 303.000 Einwohnern und die im Süden des Landes gelegene „Autostadt“ Craiova mit 300.000 Einwohnern. Das rumänische Staatsvolk umfasst als ethnische Minderheiten die Magyaren (Ungarn, 6,6 %) und Roma (2,5 %). Die aus den Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben bestehende deutsche Minderheit ist infolge eines starken Exodus nach dem Fall der kommunistischen Diktatur im Dezember 1989 auf heute nunmehr nur noch 0,3 % geschrumpft. Zwischen 1990 und 1997 haben etwa 100.000 Deutsche Rumänien verlassen.
Die Nachbarstaaten sind an der nördlichen Landesgrenze Moldawien und die Ukraine, an der westlichen Landesgrenze Ungarn und Serbien und Montenegro und an der südlichen Landesgrenze Bulgarien. Im Osten grenzt das Land an das Schwarze Meer. Zwei Gebirgszüge, die Ost- und Südkarpaten, prägen die Bergwelt Rumäniens. Das Klima ist gemäßigt kontinental.
Das Rumänische gehört neben dem Französischen, Italienischen, Spanischen und Portugiesischen zum romanischen Sprachkreis.

Die Währungseinheit ist der Leu. Vor der Währungsreform am 01. Juli 2005 erhielt man für ein Euro 35.500 Lei (Lei = Plural von Leu). Nunmehr ist das Umtauschverhältnis im Zuge der notwendigen Annäherung an die gemeinschaftliche Wirtschafts- und Währungspolitik paritätisch. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) lag im Jahr 2003 mit nur 2.300 Euro pro Kopf bei 11 % des EU-Durchschnitts. Dennoch weist die Wirtschaft Rumäniens ein relativ hohes Wachstum auf (im ersten Halbjahr 2004 legte der BIP real um 6,6 % gegenüber der Vorjahresperiode zu) und die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem niedrigen Niveau. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Rumäniens und das Gesamtvolumen des deutsch-rumänischen Handelsaustausches wuchs im Jahr 2003 um 9,9 % auf 5,6 Milliarden Euro an. Der jüngste Bericht der Europäischen Kommission von Dezember 2004 hat die weitreichenden wirtschaftlichen Fortschritte Rumäniens herausgestellt und bestätigt, dass es sich bei diesem Transformationsland um eine funktionierende Marktwirtschaft handelt. Last, but not least verfügt Rumänien über hoch qualifizierte und motivierte Facharbeitskräfte, die maßgeblich zu einem hervorragenden Investitionsklima beitragen.

Zum Thema: Investitionsstandort Rumänien folgt demnächst ein Beitrag zum rumänischen Gesellschaftsrecht.

Autor: RA Liviu – Mihai Blaga, LL.M. Eur., Berlin, Juli 2005 (vom 05.07.2005)